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So unterhalten sich Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten

Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten brauchen für ein glückliches Leben nicht nur eine gute Betreuung durch Menschen, sondern auch einen Artgenossen. Mit diesem teilen sie nicht nur Gehege und Futter – die Tiere pflegen die Geselligkeit, spielen, unterhalten und zanken sich auch mal miteinander. Doch wie funktioniert die Kommunikation untereinander und wie verständigen sie sich?

von Dr. Rolf Spangenberg

Von den Unterhaltungen unter den Kleinsäugern bekommen Menschen meistens nur wenig mit. Schuld daran sind die vergleichsweise groben Sinne beim Menschen. Dabei schwätzen die Tiere fast ständig miteinander. Hierfür spielen längst nicht nur hörbare Laute eine Rolle, viel wichtiger sind in der Kommunikation Körpersprache und Gerüche, über die die Tiere Botschaften austauschen.

Kommunikation über Geruch, Körper und Geräusche

Der Geruch ist für die Tiere ganz entscheidend: Artgenossen, die anders riechen, werden verfolgt und bekämpft. Doch auch friedliche Signale übermitteln sie mit Gerüchen. Auch der Geruch des Menschen beeinflusst das Verhalten von Kaninchen und Co. Hat man sich etwa die Hände mit Seife gewaschen, ist das für das Tier fremd und es kann zurückschrecken. Die Hände daher lieber nicht vor dem Kontakt mit den Tieren, aber unbedingt danach waschen

Während die Botschaften über den Geruch dem Tierbesitzer verborgen bleiben, kann er aber körperliche Signale verstehen lernen. Einige Beispiele für die Körpersprache: Sind Kaninchen ängstlich oder aufgeregt, klopfen sie mit den Hinterläufen auf den Boden. Wird ein Meerschweinchen aggressiv, knurrt es. Suchen Ratten Kontakt mit ihresgleichen, schnüffeln sie hin und her, vor allem dort, wo Artgenossen Kot und Urin abgesetzt haben.

Geschwätzige Meerschweinchen

Die Kommunikation über Laute sieht bei Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten sehr unterschiedlich aus. Kaninchen und Ratten verständigen sich vorwiegend auf „stumme“ Art. Nur selten kreischen Kaninchen auf und wenn das passiert, dann hat das Tier große Angst. Von Ratten kann man bei aufmerksamem Hinhören gelegentlich ein leises Piepen oder sanftes Gezwitscher vernehmen, ansonsten sind sie offenbar stumm. Meerschweinchen hingegen unterhalten sich untereinander relativ laut und auf sehr verschiedene Weise.

Besitzer können durchaus lernen, die „Sprache“ von Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten zumindest ansatzweise zu verstehen. Sind sie hungrig, durstig, ängstlich, aggressiv oder nur geschwätzig? Wie beim Sprachenlernen muss der Tierhalter auch hier etwas Mühe aufwenden. Die Aufgabe besteht darin, zu beobachten, wann und weshalb sich die Tiere mitteilen und sich das Verhalten zu merken. Bei Meerschweinchen ist es ja relativ einfach, weil sie „geschwätzig“ sind, bei Kaninchen und Ratten gilt es die Körpersprache genau zu beobachten.