von Dr. Ralf Spangenberg
Ein Umzug ist weder für Menschen noch für Tiere ein Vergnügen. Bei Hund und Katze sind aber gravierende Unterschiede zu beachten. Während einem Hund schon vertraute Gegenstände bei der Eingewöhnung helfen, ist es bei der Katze mit Freilauf schwieriger, weil sie an der gewohnten Umgebung hängt.
Ein Hund hängt in erster Linie an seinen Menschen, die sein Rudel darstellen und ihm Geborgenheit vermitteln. Deshalb möchte er unbedingt möglichst überall mitgenommen werden, auch in den Urlaub - sofern die Reise nicht in exotische Länder geht. Selbstverständlich will er auch beim Umzug dabei sein. Der Transport dürfte unkompliziert verlaufen. Im neuen Heim schätzt er es, bekannte Gegenstände zu finden. Dazu gehört sein ureigenstes „Eigentum“, also sein Lagerplatz, etwa ein Körbchen, – möglichst an einer ruhigen Ecke platziert -, sein wichtigstes Utensil, der Fressnapf und natürlich das gewohnte Halsband und die Leine. Er fühlt sich gleich daheim, wenn bekannte Möbel an den ihm vertrauten Stellen stehen.
Katzen hängen an ihrer gewohnten Umgebung
Bei Katzen ist das hingegen ganz anders. Sie hängen in erster Linie an der gewohnten Umgebung, bei freilaufenden Tieren ist das ihr Jagdrevier. Das wird aggressiv verteidigt, vor allem gegen andere Katzen und nicht ohne Not verlassen. Bei zahmen Hauskatzen muss man unterscheiden zwischen Tieren mit Freilauf und reinen Wohnungskatzen. Beide mögen keinen Umzug, doch bei Wohnungskatzen ist es unproblematischer – sie haben letztlich keine Wahl und müssen die neue Umgebung akzeptieren. Der fürsorgliche Halter macht es ihnen dabei so vertraut wie irgend möglich, indem er vertraute Accessoires an die gewohnten Stellen stellt und seine Katze in der ersten Zeit ganz besonders verwöhnt.
Bei Hauskatzen mit Freilauf gibt es immer Schwierigkeiten. Auch in der neuen Umgebung wollen sie sofort hinaus. Das darf man ihnen aber nicht gestatten, denn dann würden sie höchstwahrscheinlich weglaufen. Unter Umständen auch über größere Entfernungen hinweg, in die „alte Heimat“. Also müssen sie eine Weile – mehrere Wochen – Stubenarrest bekommen. Dabei gibt es immer Ärger, doch den muss man ertragen. Wenn sie sich eingelebt haben, führt man sie unter Aufsicht kurze Zeit ins Freie. Ob das gut geht? Es gibt leider keine Garantie. Das ist das große Risiko beim Umzug mit Freilaufkatzen.
Hoffentlich sind sie wenigstens zuverlässig gekennzeichnet, wobei das Chippen die sicherste Methode ist. Dann kann man sie bei möglichem Entweichen und Einfangen an anderer Stelle (Tierheim, Tierarzt) zumindest identifizieren und den Besitzer ausfindig machen.