Forscher um Monique Udell von der Oregon State University führten Tests durch, bei dem Wölfe und Hunde einen nur mit Geduld und Übung zu öffnenden Behälter bedienen sollten, um an eine Belohnung heranzukommen. Eingesetzt wurden zehn Wölfe, zehn Schoßhunde und zehn überwiegend im Freien gehaltene Hofhunde verschiedenster Rassen und Mischungen. Während es acht von zehn Wölfen gelang, den Behälter zu öffnen, versagten fast alle Hunde. Wobei „Versagen“ nicht der richtige Ausdruck ist: Meist versuchten die Hunde gar nicht erst, den Behälter zu öffnen. Stattdessen schauten sie ihre Bezugspersonen an, ob von diesen Hilfestellung zu erwarten sei. Die Wölfe dagegen machten sich ohne Blick auf anwesende Menschen sofort selbst ans Werk.
Offenbar, so die Forscher, sind Hunde schlau genug zu wissen, wer schwierige Aufgabe leichter als sie bewältigen oder ihnen Anleitung zum weiteren Vorgehen geben könne. Der Test, so die Forscher, habe letztlich keine Hinweise auf Intelligenzunterschiede gebracht, sondern auf verschiedene soziale und kognitive Problemlösungsstrategien.