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Wenn der Vogel matt ist - wie erkenne ich einen kranken Vogel?

Zwei Wellensittiche auf einer Stange
Vögel verstecken ihre Krankheiten so lange wie möglich. Deswegen müssen Besitzer ihre Tiere täglich aufmerksam beobachten.

Auch Vögel können krank werden. Leider zeigen sie dies erst spät - denn für ihre Ahnen in freier Wildbahn wäre das lebensgefährlich gewesen. In freier Natur gefährden Krankheitsanzeichen die Position in der Gruppe oder im Schwarm und die Wahrscheinlichkeit, Fressfeinden zum Opfer zu fallen, steigt. Deswegen verbergen die Tiere ihre Krankheiten so lange wie möglich. Ähnlich wie ihre Artgenossen verstecken auch unsere Vögel zu Hause ihre Krankheiten. Doch wie kann man als Vogelhalter möglichst frühzeitig reagieren, wenn der eigene Piepmatz krank ist?

von Dr. Regine Rottmayer

Verhalten:

Grundsätzlich fällt Tierhaltern oft als erstes auf, dass das Tier ruhiger wird und vermehrt schläft, bis hin zur Apathie. Der Bewegungsdrang lässt nach und der Vogel frisst und singt weniger. Außerdem reagiert er nicht in der gewohnten Weise auf Artgenossen oder auf Ansprache.

Gefieder:

Oftmals wird beobachtet, dass das Gefieder nicht mehr glänzend anliegt, es ist vielmehr gesträubt und macht einen matten, ungepflegten Eindruck.

Federlose oder verkrustete Stellen geben Anlass zur Sorge, ebenso wie verschmierte Stellen im Gefieder. Um die Kloake herum kann es sich um die Folge einer Durchfallerkrankung handeln. Wenn hingegen Federn um den Schnabelbereich herum verklebt sind, könnte eine Kropfentzündung dahinterstecken. In letzterem Fall können Vögel auch würgen oder „erbrechen“.

Körperhaltung:

Auch die Körperhaltung der Tiere kann einiges über ihren Zustand verraten und Vogelhalter sollten genauer hinschauen: Wird das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt oder wird ein Bein massiv geschont?

Geschwächte Vögel nehmen oftmals eine auffallend breitbeinige Stellung ein, um sich halten zu können. Im schlimmsten Fall können sie sich gar nicht mehr auf der Sitzstange halten und sitzen entkräftet auf dem Boden, eventuell mit hängenden Flügeln.

Wippt der Schwanz im Takt der Atmung, ist das ebenfalls ein Alarmsignal. Der Vogel hat möglicherweise schwere Atemprobleme.

Augen, Nasenlöcher:

Die Augen eines gesunden Vogels sind klar, beidseitig gleich weit geöffnet und frei von Ausfluss. Das gilt auch für die Nasenöffnungen. Wenn ein Vogel ein Augenproblem hat, merkt das der Besitzer übrigens oft erst spät - denn der Vogel richtet immer das gesunde Auge zum Menschen, das kranke bleibt dadurch lange unentdeckt. Deshalb sollte man sichergehen, jeden Vogel tatsächlich von jeder Seite gesehen zu haben.

Schnabel:

Die Wachshaut der Tiere sollte schön glatt sein. Wenn sich deren Färbung aber verändert, kann das ein Hinweis auf innere Erkrankungen sein und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Hat der Schnabel, oder auch die Füße der Tiere, schuppige oder borkige Auflagerungen, kann das ein Hinweis auf Parasitenbefall sein.

Vogelhalter erkennen die Alarmzeichen natürlich am besten, wenn sie wissen wie ihr Tier im Normalzustand und gesund aussieht. Daher sollten Besitzer ihre Tiere täglich immer aufmerksam beobachten – auch dann, wenn sie gesund und munter erscheinen.

Da Vögel echte Krankheitsanzeichen sehr lange verbergen, ist der Gang zum Tierarzt dringend angesagt, sobald ein oder mehrere Tiere krank erscheinen.