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Wenn Kaninchen wild werden

Kaninchen gelten - nicht unbedingt berechtigt - als sanfte Schmusetierchen. Sie können untereinander aber recht mürrisch sein und vertragen sich nicht mit jedem Artgenossen. Doch sie sind auf jeden Fall strikte Vegetarier. Deshalb überrascht es ganz besonders, wenn Kaninchen urplötzlich aggressiv auf ihre Halter losgehen, dabei kratzen und sogar ernsthaft zubeißen. Das Problem: Wenn die menschliche Hand ins Gehege langt, wird sie angegriffen. "Herr Doktor, unsere Mitzi ist tollwütig geworden", mit diesen oder ähnlichen Worten wird das Problem dem Tierarzt geschildert.

Der Fachmann findet dann häufig ein kleines Kaninchen vor, das ruhig vor seinem Häuschen sitzt. Wenn er es mit sicherem Griff im Nackenfell packt, die andere Hand unter den Bauch schiebt und das Tier auf den Arm hebt, kuschelt es sich dort verängstigt an ihn. Doch wenn die Halterin zögernd das Gleiche versucht, wird sie angegriffen. Die Erklärung ist einfach: Kaninchen, insbesondere weibliche Kaninchen, verteidigen ihr Revier gegen jedermann. Das ist weder krankhaft noch ungewöhnlich sondern ein typisches Territorialverhalten.

Was soll man tun? Auf keinen Fall strafen oder schimpfen, das bringt nichts. Das Kaninchen wird am besten nur außerhalb seines engsten Territoriums gestreichelt oder beschmust. Dort ist es bestimmt wieder lieb. Wenn das Kaninchen - etwa zur Gehegereinigung - herausgehoben werden muss, gibt es zwei Möglichkeiten: Es wird ins Häuschen gescheucht und mit diesem transportiert. Oder man macht es wie der Tierarzt und packt es rasch und ohne zu zögern im Nackenfell. Kaninchen sind liebenswerte Heimtiere mit kleinen Eigenheiten, die nun einmal berücksichtigt werden sollten!