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Wenn Reptilien sich von ihrer Haut trennen

Ein Ast kann bei der Häutung hilfreich sein. Hier wechselt eine Steppennatter ihre Haut. Foto: Import-Export Hoch GmbH

Reptilien wachsen ein Leben lang. Als Jungtiere wachsen sie schneller, als erwachsene Tiere nur noch sehr langsam. Trotzdem muss die Haut mitwachsen. Bei Reptilien behilft sich die Natur dabei auf eine spezielle Weise: Die Tiere häuten sich.

von Dr. Regine Rottmayer

Der regelmäßige Wechsel der obersten Hautschichten bei Reptilien wird in erster Linie durch Hormone gesteuert. Zusätzlich spielen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Nahrungsangebot und Allgemeinzustand eine Rolle. Das bedeutet: Es kann zu Häutungsproblemen kommen, wenn die Tiere im Terrarium zu kühl oder zu trocken gehalten werden. Auch eine fehlerhafte Ernährung oder mangelhafte Terrariengestaltung kann zu Störungen führen.

Tiere in der Häutungsphase sollten stets Ruhe und ausreichend Rückzugsgelegenheiten haben. Läuft die Häutung reibungslos ab, so ist das gemeinhin ein günstiges Zeichen für den Allgemeinzustand der Tiere. Wichtig ist dabei das Vorhandensein rauher Strukturen wie etwa Steine oder Wurzeln im Terrarium, mit deren Hilfe die Tiere ihre alte Haut abstreifen können.

Unterschiedliche Häutung bei Schlangen und Echsen

Häutung ist nicht gleich Häutung: Schlangen häuten sich normalerweise am Stück, das heißt sie schlüpfen komplett aus der alten Haut heraus. Bei ihnen wird sogar die Haut über den Augen, der sogenannten Brille, mitgehäutet. Echsen hingegen häuten sich normalerweise nach und nach in einzelnen Fetzen. Einige Arten fressen die alte Haut dann umgehend auf, um die darin enthaltenen Inhaltsstoffe noch zu nutzen.

Es ist äußerst wichtig, alle die Häutung positiv beeinflussenden Aspekte zu beachten. Denn kommt es zu einer Häutungsstörung, kann es durch das verbleibende alte Hautgewebe zu Abschnürungen z.B. der Schwanzspitze oder von einzelnen Zehen und zu weiteren Verletzungen oder Entzündungen kommen. Im Falle einer Häutungsstörung muss, um größeren Schaden zu vermeiden, ein reptilienkundiger Tierarzt zu Rate gezogen werden.