Wie der Name schon sagt, leben Heimtiere im menschlichen Heim. Sie sollen sich dort wohlfühlen, sowie bei gutem körperlichem und seelischem Befinden alt werden. Inwieweit kann und muss der Mensch sich in die Lebenswelt seines Tieres einbringen? Da gibt es große Unterschiede.
Aquarienfische und Reptilien werden sich zwar an die menschliche Gesellschaft gewöhnen, erwarten aber keine Kuschelstunden. Kleinnager, wie Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, auch Kaninchen, benötigen in erster Linie die Gesellschaft ihrer Artgenossen, dann unsere Anteilnahme. Gleiches gilt für Kleinvögel. Eine Ausnahme bildet der Goldhamster, der mit sich allein zufrieden ist, sich zwar auch aus der Hand füttern lässt, jedoch kein Kuscheltier ist.
Eine besonderer Fall sind Katzen. Kapriziös und selbstbewusst dulden und akzeptieren die Samtpfoten die menschliche Gesellschaft, fordern auch Schmusestunden und Jagdspiele ein, doch können sie auch stundenlang allein bleiben. Vor allem dann, wenn sie kätzische Gesellschaft haben. Es steckt ihnen eben in den Genen, allein zu jagen und nur in Ruhestunden mit ihresgleichen zu kommunizieren.
Ganz anders Hunde! Hunde sind Rudeltiere, keine Einzelgänger. Wird ein Hund/Wolf in der Natur aus seiner Lebensgemeinschaft ausgestoßen, ist er wahrscheinlich dem Untergang geweiht. Das gilt ganz besonders für Jungtiere. Es gehört zu den großen Wundern der Natur, dass viele Hunde Menschen als ihresgleichen behandeln. Sich ihnen unterordnen und sogar treue Freunde des Menschen werden können. Das macht den Hund so einzigartig.
Damit ist allerdings auch eine große Verpflichtung verbunden: Hunde wollen ständig mit ihrem menschlichen Rudel - das auch nur aus einer einzigen Person bestehen kann - zusammen sein. Sie haben kein Verständnis dafür, allein gelassen zu werden. Junghunde geraten allein in der Wohnung in Todesangst, bellen und heulen, beißen in die Möbel und drehen regelrecht durch. Gewiss, mit viel Geduld und einem ausgefeilten Erziehungsprogramm kann man - vor allem ältere Tiere - dazu bringen, ein paar Stunden allein zu bleiben. Doch ist das nicht die Regel. Grundsätzlich gilt: Hunde wollen ihre Menschen überallhin begleiten und mögen nicht allein sein!
Die Frage "Wie lange darf ich meinen Hund allein lassen?" ist also nur so zu beantworten "Je nach Alter und Erziehung allenfalls ein paar Stunden, Jungtiere überhaupt nicht!"
Berufstätigen mit wenig Zeit ist also dringend anzuraten, sich Katzen, Kaninchen, Fische, Vögel oder andere Tiere in Gesellschaft ihrer Artgenossen anzuschaffen, jedoch keinen Hund. Sein Leben würde nur auf einen ständigen Kompromiss hinauslaufen, der beiden Teilen keine Freude macht.