Unsere Ziervögel, mögen es nun Wellensittiche, Kanarienvögel, Papageien oder die vielen anderen sein, die im Zoofachhandel angeboten werden, haben eines gemeinsam: Es sind gesellige Tiere. Es gibt wenige Vogelarten, die gern allein sind, wie beispielsweise Adler und Kasuare - beide nicht wirklich für die Wohnung geeignet.
Gerade wegen ihrer Sprache, einem Zwitschern oder dem anspruchsvollen Gesang, sind Ziervögel bei uns so beliebt. Sie wollen miteinander schwätzen, die Hähne himmeln ihre Hennen mit betörenden Gesängen an und die antworten - wenn auch meist etwas kürzer angebunden. Doch der Gesang dient nicht nur dem Liebesspiel. Mit imposanten Tönen werden auch die Reviere abgesteckt und markiert. "Wer wagt es, in meinen Bezirk einzudringen, wenn ich ihn so musikalisch-kraftvoll verteidige?"
Vögel können außerdem nicht nur herrlich singen, sondern auch vorzüglich hören. Das ist zu beachten, wenn man ihnen Ruhe gönnen will und der Käfig aber neben dem Fernseher steht. Käfige und Volieren dürfen nicht abgedeckt werden. Unter dem Tuch/der Decke entwickelt sich eine hohe Staubkonzentration, die das hochleistende Atemsystem von Vögeln schädigt.
Aufmerksame Vogelhalter werden bemerken, dass ihre Vögel nicht nur auf den Gesang von ihresgleichen reagieren. Von einigen Musikstücken sind sie so begeistert, dass zumindest der Versuch unternommen wird, sich mit einzubringen. Eine bekannte Sängerin klagte mir amüsiert, dass sich beim Üben die frei fliegende Blaustirnamazone häufig auf ihre Schulter setzt und lauthals mitplärrt. (Übrigens, als wir das im Fernsehen live zeigen wollten, schwieg der Vogel verstockt und ich stand als Lügner da!). Bei einem Musiklehrer erlebte ich, dass sein Kanarienhahn ganz korrekt die zweite Stimme sang, wenn er ein bestimmtes Stück am Klavier spielte.
Unsere Ziervögel leben also in einer Klangwelt und das sollte man schon bei der Anschaffung beachten. Beispielsweise wird der Kanariengesang wohl jedem gefallen, das Zwitschern und die ulkigen Sprechversuche der Wellensittiche machen Spaß, doch einige Zwergpapageien können mit ihren hellen Stimmchen auch nerven. Nicht zu reden vom ohrenbetäubenden Gekreische missgestimmter Großpapageien! Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich diesbezüglich bei ihrem Zoofachhändler! Ist man selber, die anderen Familienmitglieder und womöglich die Nachbarn mit diesem zuweilen dissonanten Geräuschteppich einverstanden? Auch das gehört zur Ziervogelhaltung, die ein so ausgesprochen befriedigendes Hobby ist!