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dann einzukaufen, wenn ihr Alltag es
zulässt.“
Die neuen Standorte bieten auf
jeweils rund 90 Quadratmetern das
komplette Sortiment: Barf-Fleisch,
Futterergänzungsmittel, Kauartikel,
artgerechtes Trockenfutter sowie Spe-
zialfutter für Reptilien und Greifvögel.
Dazu Service, Ernährungsberatung
und das Wissen aus 15 Jahren Praxis.
„Neu ist nicht das Produkt. Neu ist
die Struktur dahinter“, so Prosche
über das Konzept. „Das Lokbest-
System ermöglicht es, die Märkte täg-
lich von 5.30 bis 23.30 Uhr zu öffnen
und somit weit über die regulären
Personalzeiten hinaus.“ Während der
Beratungszeiten bleibe das Fachper -
sonal vor Ort. Außerhalb dieser Zeiten
funktioniere der Einkauf digital gesteu-
ert, sicher und intuitiv.
Für die Branche könne das mehr sein
als eine technische Spielerei, ist Pro-
sche überzeugt. Für ihn ist es jedenfalls
eine strategische Antwort auf verän-
derte Lebensrealität, hebt der Unter-
nehmer hervor. Schichtarbeit, flexible
Arbeitszeiten und urbane Mobilität
forderten passende Angebote, insbe-
sondere da der Tierbedarfshandel, tra-
ditionell stark stationär geprägt, durch
E-Commerce und Margenwettbewerb
immer mehr unter Druck gerate.
Hybride Konzepte könnten die Stärken
beider Welten verbinden: persönliche
Expertise und maximale Verfügbarkeit.
Lokbest, entwickelt für Direktver-
markter und spezialisierte Fachhänd-
ler, gelte als einer der innovativsten
Ansätze im europäischen Smart-Store-
Markt, so die Pressemitteilung. Für
den inhabergeführten Einzelhandel
vielleicht ein Modell, das Wirtschaft-
lichkeit und Kundenbindung neu
denkt? „Technologie darf kein Selbst-
zweck sein“, betont Marco Prosche.
„Sie muss den Menschen dienen. In
unserem Fall den Tieren und denen,
die Verantwortung für sie tragen.“
Mit der Umstellung hat die Barf
Küche Leipzig auch zum Tag der offe-
nen Tür eingeladen. Kunden konnten
das neue hybride Einkaufssystem
testen und erhielten Einblicke in die
digitale Store-Technologie.
zza. 4/2026
„Überschaubare Investitionen“
Mit der Erweiterung seiner beiden Filialen um personalfreien
Einkauf geht Marco Prosche neue Wege. Die zza-Redaktion
sprach mit dem Geschäftsführer über seine Motivation.
zza: Wie kamen Sie auf die Idee, ihre beiden Shops
mit dem Smart-Store-System auszurüsten?
Marco Prosche: Unsere aktuelle Personalsituation erlaubte leider keine
erweiterten Öffnungszeiten, obwohl sich viele Kunden genau das gewünscht
haben. So begannen wir zu recherchieren und stießen dabei auf das Lokbest-
System. Wir besuchten das Unternehmen in München und bekamen das
Shopkonzept ausführlich vorgestellt und erläutert. Das hat uns überzeugt.
Normalerweise betonen stationäre Fachgeschäfte immer,
wie wichtig die Beratung sei – insbesondere bei der Barf-Ernährung.
Spricht das nicht gegen ein solches System?
Unsere Entscheidung ist ja kein Entschluss gegen unsere Kundschaft. Im
Gegenteil: Wir betrachten das hybride System als absolute Bereicherung.
Unsere Kunden haben mehr Freiheit beim Bezug des Futters. Wir bieten in
jedem Shop vier Tage pro Woche ausführliche Beratung an und unsere
Mitarbeiter stehen persönlich für alle Fragen zur Verfügung. Weiterhin
planen wir für Ende 2026 noch zusätzlich eine Online-Beratung für Kunden.
Für wen ist der personalfreie Einkauf interessant?
Unser Konzept richtet sich grundsätzlich an alle Kunden. Besonders interes-
sant ist es natürlich für Menschen, die unregelmäßige Arbeitszeiten haben
oder die vergessen haben, sich entsprechend mit Roh-Futter einzudecken.
Außerdem wollen wir gezielt Online-Kunden ansprechen. Denn ein Einkauf
könnte in 20 bis 30 Minuten erledigt sein: Hinfahren, einchecken, auswäh-
len, bezahlen, auschecken und heimfahren. Der Kunde leistet keine
Vorkasse und muss vor allem nicht warten, bis die Ware geliefert wird.
Wie haben Ihre Angestellten darauf reagiert?
Müssen diese nun Angst haben, ersetzt zu werden?
Unsere Angestellten sind der Sache von Anfang an offen gegenüber gestan-
den und sie haben das Projekt sofort als Erweiterung des Kundenservices
gesehen. Wir haben ein kleines Personal-Team, das vor Ort ist und selbst -
verständlich bleibt.
Mussten Sie ladenbau-technisch etwas verändern?
Wir haben in eine gute Videotechnik und in ein spezielles Türschloss inves-
tiert. Dazu kamen kleinere optische Veränderungen, welche bereits ange-
dacht waren. Die Filiale Gohlis feierte im Februar 15-jähriges Bestehen und
die Filiale in Plagwitz wird im Juni zwölf Jahre alt. Somit haben wir ein
fälliges optisches Update mit dem Einsatz von Lokbest kombiniert. Dadurch
waren die Investitionen überschaubar gewesen.
Wie verhindern Sie Ladendiebstahl?
Der Lokbest-Kunde muss sich eine App herunterladen und darin registrie-
ren. Durch die Videoüberwachung und den live Lagerbestand kann ein
möglicher Diebstahl schnell nachvollzogen werden. Aber unsere langjähri-
gen Kunden ebenso wie unsere neuen Kunden neigen eher wenig dazu, sich
unrechtmäßig zu bedienen. In den letzten Jahren seit Bestehen unserer
Shops hatten wir bisher auch keine Verstöße wahrgenommen. Ich glaube
nicht, dass es sich im hybriden Shop komplett ändert. Wer es probieren
möchte, sollte wissen, dass jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht wird und
er sich dann einen neuen Futterhändler suchen muss, da er auf Lebenszeit
gesperrt wird. Sabine Gierok
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