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34 SCHWERPUNKT
Beat Grossenbacher,
Geschäftsführer des
gleichnamigen Herstellers,
ist selbst ein
Outdoor-Enthusiast.
Auch für
anspruchsvolles Gelände
Beat Grossenbacher entwickelt seit 30 Jahren Outdoor-Ausrüstung für Hunde und sieht
den Markt im Aufwind. Im zza-Interview erklärt er, warum dabei die Anatomie des Hundes
zentral ist und was der Zoofachhandel vom Outdoor-Handel für Menschen lernen kann.
zza: Outdoor-Aktivitäten mit Hund –
ob Canicross, Bikejöring oder
Mantrailing – boomen. Welche
Trends beobachten Sie aktuell,
welche Sportarten oder Einsatz -
bereiche entwickeln sich besonders
dynamisch?
Beat Grossenbacher: Das Mantrailing
liegt uns besonders am Herzen und
boomt am stärksten. Kein Wunder: Wir
haben vor über 20 Jahren die ersten
Mantrailgeschirre überhaupt entwi-
ckelt. Canicross und Bikejöring gewin-
nen ebenfalls an Fahrt. Was mich aber
wirklich begeistert: Immer mehr
Menschen zieht es mit ihrem Hund
in die Berge – auch in anspruchsvolles
Gelände.
Ihr Unternehmen sitzt in der Schweiz.
Ist die Schweiz mit ihrem alpinen
Gelände und einer ausgeprägten
Outdoor-Kultur ein ideales Terrain
für aktive Hundehaltung? Lassen sich
Trends von dort auf andere Märkte
übertragen?
Die Schweiz ist für uns natürlich ein
Heimvorteil. Bergwandern ist hier
schlicht Volkssport und der Hund
gehört selbstverständlich dazu. Wer
dabei in steileres Gelände aufbricht,
braucht ein Geschirr, mit dem der Hund
notfalls gesichert oder sogar getragen
werden kann. Dieses Bedürfnis kennen
aber auch Hundehalter in den Karpa-
ten oder den Pyrenäen. Der Trend ist
längst kein rein schweize rischer mehr.
Welche Sicherheitsanforderungen
stellen Outdoor-Aktivitäten an
Hundegeschirre? Wird das von
Kunden manchmal unterschätzt?
Leider ja, und das ist ein echtes Pro-
blem. Viele Halter greifen zum erstbes-
ten Geschirr, ohne zu ahnen, was im
Gelände wirklich gefordert wird. Dabei
liegen die Anforderungen an ein
Outdoor-Geschirr deutlich höher als
an ein Alltagsmodell: andere Funk -
tionen, höhere Belastbarkeit, mehr
Sicherheit für Mensch und Tier. Dazu
kommt ein Aspekt, den erschreckend
viele Hersteller schlicht ignorieren: die
Anatomie des Hundes. Ein Geschirr,
das den Bewegungsapparat ein-
schränkt oder das Atmen behindert,
hat im Gelände nichts verloren. Und
ehrlich gesagt auch sonst nirgends.
Was unterscheidet Ihre Outdoor-
Produkte grundsätzlich von dem,
was der Zoofachhandel als Alltags -
zubehör führt?
Der entscheidende Unterschied liegt
im Denken. Wir fragen nicht: Wie
bauen wir möglichst günstig ein Ge-
schirr? Wir fragen: Was braucht dieser
Hund aufgrund seiner Rasse, seines
Körperbaus oder seines Einsatzberei-
ches? Ein Labrador ist nun einmal kein
Windhund und ein Bully kein Dackel.
Das darf man nicht ignorieren. Deshalb
zza. 4/2026

