Zum Inhalt springen

Branche : Der US-Markt als Inkubator für Innovation

Lindsay Schmuecker, Vizepräsidentin für Vertrieb bei der American Pet Products Association, präsentierte während der Interzoo Daten zum US-Markt. Foto: S. Klinge-Engelhardt

Der US-Heimtiermarkt zeigt trotz der allgemeinen ökonomischen Entwicklung weiterhin Beständigkeit, wie Lindsay Schmuecker von der American Pet Products Association während der Interzoo mitteilte.

Die Zahlen, die sie beim Branchenbericht auf dem USA Partnership Pavillon präsentierte, waren durchweg positiv: Die Ausgaben in der Heimtierbranche beliefen sich 2025 auf 158 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, wobei sich das Wachstum durch alle Segmente zieht. Für 2026 wird ein Zuwachs von 4,4 Prozent erwartet.

Auch die Zahl der Heimtierhalter blieb 2025 stabil. In 71 Prozent aller US-amerikanischen Haushalte lebte mindestens ein tierischer Mitbewohner, was 95 Millionen Haushalten entspricht. 65 Prozent der Halter haben sogar mehr als ein Heimtier.

Soziale Medien beeinflussen Käuf

Schmuecker hob den Generationenwechsel hervor: Die Haltung von Hunden und Katzen wird von jüngeren Generationen angetrieben, zudem entwickelt sich die Generation X, deren Kinder nun aus dem elterlichen Haushalt ausziehen („Empty Nest“), zum wichtigen Faktor bei der Heimtierhaltung. Was Halter für ihre Heimtiere kaufen, wird zunehmend von Sozialen Medien beeinflusst: 63 Prozent der Gen Z und 47 Prozent der Millennials erfahren über diese Netzwerke von neuen Produkten.

Die USA machen etwa vier Prozent der Weltbevölkerung aus, auf sie entfallen jedoch etwa 40 Prozent der weltweiten Ausgaben für Heimtiere, führte Michael Johnson von der Beratungsfirma BSM Partners aus. Der US-amerikanische Markt sei vielleicht nicht der innovativste, aber ein „Nährboden“ für neue Produkte. „US-amerikanische Tierhalter sind äußerst engagierte, emotionale und wählerische Verbraucher. Tierfutter bildet nach Wohnkosten, Lebensmitteln und Kraftstoff die Nummer vier der wichtigsten Ausgaben“, so Johnson. Aus diesem Grund diene der US-Markt oft als Frühindikator dafür, in welche Richtung sich globale Trends in den Bereichen Handel, Ernährung und Inhaltsstoffe entwickeln könnten.

Trends wie die Übertragung menschlicher Lebensstile auf Heimtiere („Life-style Mirroring“), die Premiumisierung oder funktionale Tiernahrung seien zwar nicht auf die USA beschränkt, doch auf diesem Markt zeigten sie sich tendenziell deutlicher und in größerem Umfang. Zum Abschluss des Branchen- Briefings informierte Alexander Schmitt von Interflow Logistics über rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen für Import und Export in den U.S. Markt.